Dienstag, 12. November 2013

Schwesternmord





Autor: Huntley Fitzpatrick

Genre: Komödie, Liebe
Preis: 16.99
Verlag: cbj
Seiten: 509


Handlung

Samantha Reed kommt aus einer gut bürgerlichen Vorstadtfamilie- perfektes Haus, perfekte Noten, eine perfekte Mutter. Aber ihre geheime Leidenschaft teilt sie mit niemandem- nämlich heimlich die Garrets von nebenan zu beobachten, die das komplette Gegenteil zu ihrer notorisch sauber gehaltenen Umgebung und ihrer zwanghaft ordentlichen, verklemmten Mutter bilden. Sams Mutter, die sich keinen unpassenderen Umgang für ihre Kinder als die Garretts vorstellen kann, verbietet jeglichen Kontakt, aber das ist gar nicht nötig: die Garretts haben es schon längst aufgegeben, eine freundliche Nachbarschaftsbindung zu den Reeds enstehen zu lassen. Eines Abends wird Samantha plötzlich bemerkt- von Jase, einem der Ältesten der Nachbarfamilie und nach und nach freunden sich die beiden an. Aus Freundschaft wird Liebe und Samantha erlebt einen so intensiven und farbenfrohen Sommer bei den Garretts, dass sich ihr ganzes Leben Stück für Stück verändert. Aber dann ist da ihre Mutter, die sich mehr denn je in der Politik engagiert und kaum Zeit für ihre Tochter hat. Sie ist mehr als dagegen, das Samantha irgendetwas mit den Nachbarn zu schaffen hat, denn gibt es ein schlechteres Vorbild für eine "total verkorkste Familie"? Unter dem Einfluss ihres neuen Freundes Clay versucht sie alles, um in der Politik weiterhin erfolgreich zu bleiben und gleichzeitig ihre Tochter unter strengen Anweisungen von Jase fernzuhalten, der einen immer größeren Platz in Sams Leben einnimmt. Doch dann wird Jase´ Vater in einen Unfall verwickelt und schwer verletzt ins Krankenhaus eingeliefert- und keiner weiß, wer der Täter war. Keiner, bis auf Sam ...


Meine Eindrücke

Obwohl ich irgendwie ganz andere Erwartungen von diesem Buch hatte, war ich von der ersten bis zur letzten Seite begeistert. Natürlich, es ist keine Liebesgeschichte, bei der vollkommen auf Klischees verzichtet wird, aber dies wird durch die Einzigartigkeit der Handlung und der Charaktere wieder völlig wettgemacht. 
Samantha- das Vorzeigetöchterchen einer gefragten Politikerin, in wohlbehütetem Hause aufgewachsen und gut erzogen, und dann Jase- der aus dem puren Chaos der Garrett- Familie kommt. 
Zwei so unterschiedliche Menschen, die sich durch Zufall kennenlernen und an der Grenze zwischen Bunten Regenbogenfarben und schlicht gehaltenen Pastelltönen eine Liebe zwischen sich wachsen lassen, die man sich nur erträumen kann. Sam hat mir von Anfang an gut gefallen. Sie ist keine dieser schnöseligen Snobs, die mir ihrer arroganten Art den Leser dazu bringen, ihr Buch gegen die Wand zu werfen. Sie lebt in ihrer eigenen Welt, auf dem Dachvorsprung, mit gutem Blickwinkel auf das Haus der Garretts. Versunken in den Wunsch, etwas an ihrem faden, perfekt verlaufenden Leben zu verändern. Dies erwähnt sie zwar in keiner Zeile, aber man merkt es ihr von Beginn an an. Und dann taucht Jase auf und tatsächlich- alles verändert sich. Samantha befindet sich fast täglich in einem völlig fremden und ungewohnten Umfeld, in dem sie sich jedoch mit der Zeit immer besser zurechtfindet und wohlfühlt. Die Garretts geben ihr das Gefühl, endlich dazu zugehören, und viel mehr noch: eine Familie zu haben. Das Verhältnis zwischen Grace Reed und ihrer Tochter wird gleich auf den ersten Seiten als sehr fremd und oberflächlich beschrieben. Sam fühlt sich von ihrer Mutter überbehütet und stark kontrolliert, zu einem perfekten kleinen Abbild ihrer selbst erzogen. Grace wirkt auf mich unsympathisch, unterkühlt und total verklemmt. Schon allein, wie sie über die Nachbarn redet lässt herauslesen, was für eine Art von Mensch sie sein muss. Und tatsächlich: im Laufe des Buches wird diese Vermutung immer mehr bestätigt. Ab und zu ist blitzt da auch eine liebevolle und mütterliche Seite an ihr auf, was nichts an der Tatsache ändert, dass sie ihre Tochter im Grunde genommen komplett vernachlässigt. Clay Tucker, der irgendwie ein ziemlich hinterhältiges Arschloch ist, trägt auch nicht gerade dazu bei, dies zu ändern. Im Gegenteil: mit seiner manipulativen Art wickelt er Grace Reed total um den Finger, sodass sie sich auf so ziemlich jeden Vorschlag seinerseits einlässt. 
Die Garretts von nebenan sind ein Phänomen für sich: Mit acht Kindern und ihrer chaotischen, lauten Art ziehen Mr. und Mrs. Reed nicht selten die Missbilligung der Nachbarn auf sich. Aber nicht nur Sam liebt sie, samt der vielen Kinder und ihrer sprühenden Lebensfreude und Freundlichkeit- und ich war sicher nicht die einzige Leserin, der es so ging. Ich habe sie von Anfang an heiß und innig geliebt die Garretts: George, Patsy, Alice und natürlich ... Jase! In diesem Fall haben mir die Klischees, auf die seine Figur ja doch irgendwie ein wenig gebaut sind, überhaupt nichts ausgemacht. Er war einfach alles, was für dieses Buch nötig war: gut aussehend, sportlich, freundlich und humorvoll ... der perfekte Ritter für Samantha. Mir hat auch sehr zugesagt, dass er in seiner ganzen Menschlichkeit beschrieben wurde und nicht als glitzernder Gayvampir oder als geheimnisvolle Schönheit aus der Dunkelheit ... nein, er ist unvollkommen vollkommen, und das macht ihn sehr sympathisch und liebenswert, finde ich (ja, ich liebe ihn, ich gebe es zu.). Und Sam und Jase zusammen? Es ist der entscheidende Faktor, der das Buch so lesenswert macht. Diese zarte, aufknospende Liebe zwischen zwei Menschen, die sich ihr ganzes Leben immer nah waren und sich doch nie kannten. Jase ist auch nicht so, wie der Liebhaber der Protagonistin oft dargestellt wird: unsagbar erfahren in der Liebe. Nein, Jase und Sam teilen etwas, das ihr Liebesleben zu etwas besonderem macht: Unschuld und Unsicherheit. Wie ich dazu stehe, weiß ich nicht so ganz. Ich finde, es hat in Geschichten schon immer was für sich, wenn sich die Unerfahrene am Halt der Erfahrenheit ihres Lovers befestigen kann. Trotzdem hält mich das nicht ab, die Geschichte zu lieben und zu genießen. 
An Spannung fehlt es im Buch zwar zeitweise, aber gelangweilt oder ununterhalten fühlt man sich dennoch in keinem Kapitel. Die dramatische Wendung gegen Ende des Buches verleiht der Geschichte dann noch einmal den nötigen Schliff, mit dem neuer Schwung aufkommt. 
Der Schreibstil der Autorin ist wirklich in keinster Weise zu bemängeln: er ist nicht wahnsinnig umwerfend und herausregend, lässt sich aber angenehm flüssig lesen und macht die Geschichte zu etwas schönem, besonderem. 



Fazit

Es war nicht DAS Buch 2013, hat mir aber dennoch total gut gefallen! Ein Buch, das ich wieder lesen würde, und aufrichtig weiterempfehle.
Do!

Alles Liebe
JojooFairy


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